Verwahrloste Wohnung: Was tun? Anleitung für Angehörige und Vermieter

Eine verwahrloste Wohnung ist für alle Beteiligten eine Ausnahmesituation: Angehörige sorgen sich um einen Menschen, Vermieter um Mietsache und Nachbarn, und die betroffene Person selbst ist mit der Lage meist längst überfordert. Zwischen vollgestellten Zimmern, verdorbenen Lebensmitteln und ersten Ungezieferspuren stellt sich die Frage: Was jetzt?

Dieser Ratgeber erklärt respektvoll und konkret, wie Sie eine verwahrloste Wohnung erkennen, welche Schritte Angehörige und Vermieter rechtssicher gehen können und wie Räumung, Desinfektion und Grundreinigung ablaufen. Dazu gibt es realistische Kosten und Anlaufstellen für die Zeit danach.

Inhaltsverzeichnis

Wichtige Erkenntnisse

ThemaDas Wichtigste in Kürze
EinordnungEine verwahrloste Wohnung ist meist Folge von Überforderung, Krankheit oder Krise – Vorwürfe helfen nicht, strukturierte Hilfe schon.
AngehörigeErst Vertrauen und Unterstützung organisieren, dann räumen – niemals über den Kopf der betroffenen Person hinweg.
VermieterKein Betreten ohne Erlaubnis, keine eigenmächtige Räumung: Der rechtssichere Weg führt über Abmahnung und gegebenenfalls Kündigung.
RäumungProfis arbeiten mit Schutzausrüstung, Wertsicherung, Desinfektion und Geruchsneutralisierung – in einem koordinierten Einsatz.
KostenKleine, stark vermüllte Wohnungen liegen inklusive Entsorgung meist bei 1.500 bis 3.500 Euro, Endreinigung ab etwa 400 Euro.

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Verwahrloste Wohnung erkennen: Anzeichen und Stufen

Der Übergang von Unordnung zu Verwahrlosung ist schleichend. Typische Warnzeichen sind Post- und Müllberge, verdorbene Lebensmittel, blockierte Wege und Türen, Geruchsbildung im Hausflur, Ungeziefer sowie der Rückzug der betroffenen Person – Besuch wird nicht mehr in die Wohnung gelassen. Spätestens wenn Küche und Bad nicht mehr benutzbar sind, ist die Schwelle klar überschritten. Für Außenstehende gilt: Eine verwahrloste Wohnung erkennt man selten von innen, aber oft an den Rändern – überquellender Briefkasten, Geruch an der Tür, zugestellte Fenster.

Wichtig ist die Abgrenzung: Nicht jede verwahrloste Wohnung ist eine „Messie-Wohnung“. Hinter zwanghaftem Horten steht oft eine psychische Erkrankung, die professionelle Begleitung braucht; Verwahrlosung kann aber ebenso aus Depression, Trauer, Sucht, körperlicher Einschränkung oder schlichtweg Überforderung im Alter entstehen. Für die praktische Räumung ähneln sich die Aufgaben – für den Umgang mit dem Menschen macht die Ursache den Unterschied.

Verwahrloste Wohnung im Überblick: drei Stufen

Stufe eins ist die chaotische, aber hygienisch unbedenkliche Wohnung – hier genügt oft gemeinsames Aufräumen. Stufe zwei ist die vermüllte Wohnung mit ersten Hygieneproblemen, verdorbenen Vorräten und eingeschränkter Nutzbarkeit. Stufe drei ist die stark verwahrloste Wohnung mit Geruchsbelastung, Ungeziefer, Schimmel oder Fäkalien – hier gehören Räumung und Desinfektion in professionelle Hände. Unser Guide zur Messie-Wohnung vertieft die Reinigungsseite.

Auch Betroffene selbst lesen solche Ratgeber – oft heimlich und mit schlechtem Gewissen. Falls das auf Sie zutrifft: Eine verwahrloste Wohnung ist kein Charakterurteil, sondern ein Zustand, der sich mit Unterstützung Schritt für Schritt auflösen lässt. Der erste Anruf bei einer Beratungsstelle ist anonym möglich und verpflichtet zu nichts – und eine diskrete Räumung mit Mitspracherecht ist deutlich leichter zu ertragen, als viele befürchten.

Messi-Wohnung räumen – Foto aus einem echten Einsatz

Was tun als Angehöriger?

Wer als Angehöriger eine verwahrloste Wohnung entdeckt, steht zwischen Sorge und Scham – und riskiert mit gut gemeintem Aktionismus viel. Eine heimliche oder erzwungene Räumung zerstört Vertrauen, verletzt das Selbstbestimmungsrecht der betroffenen Person und verschärft die Krise oft. Der bessere Weg führt über drei Etappen – und beginnt mit der Einsicht, dass die verwahrloste Wohnung ein Symptom ist, nicht das eigentliche Problem:

1. Gespräch und Entlastung: Ohne Vorwürfe ansprechen, konkrete Hilfe anbieten, kleine erste Schritte vereinbaren. Oft öffnet schon die Zusage, dass niemand „alles wegwerfen“ wird, verschlossene Türen.

2. Unterstützung organisieren: Hausarzt, Sozialpsychiatrischer Dienst, Pflegeberatung oder Suchtberatung einbeziehen – je nach Ursache. Bei eingeschränkter Entscheidungsfähigkeit kann eine rechtliche Betreuung beantragt werden; sie ersetzt aber nicht das Bemühen um Zustimmung.

3. Räumung gemeinsam planen: Mit Einverständnis wird die Räumung zum Neustart statt zum Übergriff. Bewährt hat sich, Erinnerungsstücke, Dokumente und Wertsachen gemeinsam zu sichern, bevor das Räumteam übernimmt.

Beratungsstellen von Wohlfahrtsverbänden wie der Caritas unterstützen Angehörige kostenfrei – auch anonym und bevor es „schlimm genug“ ist.

Was tun als Vermieter?

Für Vermieter ist die verwahrloste Wohnung ein rechtliches Minenfeld – zwischen Eigentumsschutz, Fürsorge und Mietrecht. Klar ist: Ohne Zustimmung des Mieters darf die Wohnung nicht betreten werden, und eine eigenmächtige Räumung – die sogenannte kalte Räumung – ist verbotene Eigenmacht mit Schadensersatzfolgen. Der rechtssichere Weg läuft gestuft:

Erstens Dokumentation der konkreten Beeinträchtigungen: Geruch im Treppenhaus, Ungeziefer, Wasserflecken, Beschwerden von Nachbarn. Zweitens die schriftliche Abmahnung mit Fristsetzung zur Abhilfe. Drittens, bleibt sie erfolglos und liegt eine erhebliche Pflichtverletzung oder Substanzgefährdung vor, kommen Kündigung und notfalls Räumungsklage in Betracht – mit anwaltlicher Begleitung, denn die Hürden sind hoch.

Parallel lohnt der kooperative Weg: Manche Mieter nehmen Hilfe an, wenn der Vermieter Räumung und professionelle Reinigung organisiert und die Wohnung erhalten bleibt. Das ist oft schneller und günstiger als ein monatelanger Rechtsstreit samt Leerstand. Informationen zu Rechten und Pflichten beider Seiten bietet der Deutsche Mieterbund.

Gesundheitsrisiken ernst nehmen

In einer stark verwahrlosten Wohnung sind Schimmelsporen, Keime, Ungeziefer und teils Fäkalien reale Gefahren. Ohne FFP2- oder FFP3-Maske, Handschuhe und geeignete Kleidung sollte niemand großflächig anpacken; Lebensmittelreste und tierische Hinterlassenschaften gehören in dicht verschlossene Säcke. Bei Taubenkot, Schädlingsbefall oder Spritzenfunden endet die Eigenleistung endgültig – das ist Profi-Terrain.

Auch die statische Belastung wird unterschätzt: Meterhohe Ablagerungen verbergen Stolperfallen, beschädigte Böden und blockierte Fluchtwege. Räumteams arbeiten deshalb systematisch von der Tür aus, sichern Wege zuerst und trennen Abfallfraktionen direkt beim Austragen.

Für das erste Betreten durch Angehörige gilt: kurz und mit Maske, Fenster öffnen, nichts umschichten, Fotos für Angebot und Dokumentation machen – und die Tür wieder schließen. Die eigentliche Arbeit in einer stark verwahrlosten Wohnung beginnt erst mit Plan, Team und Ausrüstung.

Ablauf der Räumung in 6 Schritten

Die professionelle Räumung einer verwahrlosten Wohnung folgt einem erprobten Muster – diskret, zügig und mit klarer Dokumentation:

1. Besichtigung oder Fotoangebot: Zustand, Volumen und Besonderheiten werden erfasst; daraus entsteht ein Festpreis inklusive Entsorgung.

2. Wertsicherung: Dokumente, Bargeld, Schmuck, Erinnerungsstücke und Gültiges werden systematisch gesucht und übergeben – gerade unter Ablagerungen finden sich wichtige Unterlagen.

3. Entrümpelung: Der Hausrat wird nach Fraktionen getrennt ausgetragen; verwertbare Stücke werden angerechnet.

4. Grobreinigung und Desinfektion: Böden und Oberflächen werden gereinigt, kritische Bereiche desinfiziert; bei Bedarf folgt Schädlingsbekämpfung durch Fachbetriebe.

5. Geruchsneutralisierung: Hartnäckige Gerüche verschwinden erst mit Ursachenbeseitigung plus Behandlung, etwa durch Ozongeräte.

6. Übergabe: Besenrein oder endgereinigt, mit Fotodokumentation und Entsorgungsnachweisen – als Basis für Renovierung oder Neuvermietung.

Verwahrloste Wohnung: die ersten Schritte

Als Angehöriger

  • Ruhig ansprechen, Hilfe anbieten
  • Beratungsstellen einbeziehen
  • Nichts heimlich entsorgen
  • Wertsachen gemeinsam sichern
  • Räumung mit Zustimmung planen
Als Vermieter

  • Beeinträchtigungen dokumentieren
  • Schriftlich abmahnen, Frist setzen
  • Nie eigenmächtig räumen
  • Kooperative Lösung anbieten
  • Rechtsweg nur mit Anwalt

Grundsatz: Erst der Mensch und die Rechtslage, dann die Räumung – diese Reihenfolge spart am Ende Zeit und Geld.

Kosten: Räumung, Desinfektion, Endreinigung

Die Kosten hängen von Wohnungsgröße, Füllhöhe und Verschmutzungsgrad ab. Für eine kleine, stark vermüllte Wohnung sind 1.500 bis 2.500 Euro inklusive Entsorgung realistisch; größere Wohnungen mit hoher Füllung liegen zwischen 2.500 und 4.500 Euro. Die anschließende Endreinigung kostet je nach Zustand 400 bis 800 Euro, Desinfektion und Geruchsbehandlung werden nach Aufwand kalkuliert.

LeistungRichtwertHinweis
Räumung 1-Zimmer-Wohnung800 bis 1.800 EuroJe nach Füllhöhe und Etage
Räumung 2- bis 3-Zimmer-Wohnung1.500 bis 3.500 EuroInklusive Entsorgung und Wertanrechnung
Endreinigung400 bis 800 EuroNach Räumung, vor Übergabe
Desinfektion und GeruchNach AufwandOzonbehandlung nach Ursachenbeseitigung
SchädlingsbekämpfungNach BefundDurch spezialisierte Fachbetriebe

Ein Festpreis nach Besichtigung schützt vor Überraschungen – wie seriöse Kalkulationen aussehen, zeigt unser Beitrag zu den transparenten Kosten bei der Entrümpelung.

Drei Faktoren beeinflussen den Endpreis am stärksten: die Zugänglichkeit (Etage, Aufzug, Trageweg), der Anteil an Sonderabfällen wie Farben, Chemikalien oder verdorbenen Lebensmitteln und die Frage, ob Möbel oder Wertgegenstände angerechnet werden können. Eine verwahrloste Wohnung im dritten Obergeschoss ohne Aufzug kostet spürbar mehr als dieselbe Wohnung im Erdgeschoss. Seriöse Anbieter nennen nach der kostenlosen Besichtigung einen verbindlichen Festpreis – Nachforderungen sind dann ausgeschlossen, solange sich der Zustand der Wohnung nicht verändert.

Vollgestellter Flur einer verwahrlosten Wohnung vor der Räumung in Weimar

Verwahrloste Wohnung nach Todesfall oder Heimumzug

Besonders häufig wird eine verwahrloste Wohnung erst im Nachhinein entdeckt: nach einem Todesfall, wenn Erben die Tür öffnen, oder beim Umzug ins Pflegeheim, wenn die Wohnung aufgelöst werden muss. Die emotionale Last ist dann doppelt – Trauer oder Sorge treffen auf einen Zustand, den niemand geahnt hat.

Für Erben gilt: Ruhe bewahren und systematisch vorgehen. Erst Dokumente, Verträge und Wertsachen sichern, dann Mietverhältnis, Fristen und Kündigung klären, anschließend die Räumung beauftragen. Eine verwahrloste Wohnung ändert am Ablauf einer Wohnungsauflösung weniger, als viele befürchten – sie verschiebt nur den Schwerpunkt von Sortierung zu Entsorgung und Reinigung. Die Schritte im Detail beschreibt unsere Anleitung zur Wohnungsauflösung.

Beim Heimumzug wiederum zählt Tempo mit Augenmaß: Die Mietzahlungen laufen weiter, bis übergeben ist, doch die betroffene Person braucht ausgewählte Möbel und Erinnerungen im neuen Zuhause. Bewährt hat sich die Zwei-Etappen-Lösung – erst der begleitete Umzug der Behalte-Stücke, dann die Räumung der verbleibenden Wohnung samt Endreinigung zur Übergabe.

In beiden Fällen gilt: Bei laufendem Mietverhältnis trägt in der Regel der Mieter beziehungsweise der Nachlass die Kosten. Ist der Nachlass überschuldet, sollten Erben vor der Beauftragung rechtlichen Rat einholen, um nicht ungewollt zu haften. Für die Kostenschätzung genügen auch hier Fotos – niemand muss Fremden vorab die ganze verwahrloste Wohnung zeigen.

Nach der Räumung: Renovierung und Neustart

Mit der geräumten Wohnung beginnt Phase zwei. Erst jetzt zeigt sich der echte Zustand von Böden, Wänden und Installationen: Unter Ablagerungen verbergen sich oft beschädigte Beläge, Feuchtestellen oder eingezogene Gerüche. Eine ehrliche Bestandsaufnahme nach der Räumung schützt vor bösen Überraschungen bei Neuvermietung oder Rückkehr.

Typische Folgearbeiten sind das Entfernen alter Bodenbeläge, Malerarbeiten mit sperrender Grundierung gegen Geruchsrückstände sowie die Prüfung von Elektrik und Sanitär. Die Ozonbehandlung wirkt erst dauerhaft, wenn die Geruchsquellen – Textilien, Beläge, kontaminierte Stellen – tatsächlich entfernt sind. Danach steht einer normalen Renovierung nichts mehr im Weg; die besenreine Übergabe dokumentieren wir mit Fotos.

Für Vermieter lohnt sich vor der Neuvermietung ein prüfender Blick auf die Nebenkostenabrechnung und die Zählerstände: Nach langer Verwahrlosung sind Wasser- oder Stromverbrauch oft auffällig, und offene Abrechnungen sollten vor der Übergabe geklärt sein. Sinnvoll ist außerdem eine Fotodokumentation des renovierten Zustands als Referenz für das nächste Mietverhältnis. Wer die Wohnung möbliert oder teilmöbliert neu vermietet, sollte ausschließlich neue oder gründlich aufbereitete Einrichtung verwenden – Gerüche setzen sich hartnäckig in gebrauchten Polstermöbeln fest.

Kehrt die betroffene Person zurück, ist die leere Wohnung eine zweite Chance – und zugleich ein Risiko. Ohne begleitende Unterstützung füllt sich manche verwahrloste Wohnung binnen Monaten erneut. Ambulante Hilfen, regelmäßige Besuche und realistische Routinen sind deshalb Teil eines ehrlichen Neustarts.

Verwahrloste Wohnung vermeiden: Frühwarnzeichen und Prävention

Verwahrlosung entsteht selten über Nacht. Wer die Frühphase erkennt, kann mit kleinen Mitteln viel verhindern: Regelmäßiger Kontakt statt Kontrollbesuchen, gemeinsames Erledigen unliebsamer Aufgaben, Unterstützung bei Behördenpost und ein wöchentlicher Rhythmus für Müll und Einkäufe stabilisieren den Alltag spürbar.

Bei älteren Menschen helfen Pflegeberatung, Haushaltshilfen über die Pflegekasse und Essensdienste, bei psychischen Erkrankungen die ambulante Begleitung durch sozialpsychiatrische Dienste. Nachbarn und Hausverwaltungen dürfen Sorgen ansprechen, statt wegzusehen – je früher Hilfe ankommt, desto seltener wird aus Unordnung eine verwahrloste Wohnung mit allen Folgen für Gesundheit, Mietverhältnis und Finanzen.

Und wenn es doch so weit kommt: Schnelles, respektvolles Handeln nach den Schritten dieses Ratgebers verhindert das Schlimmste – vom Ungezieferbefall im Haus bis zur fristlosen Kündigung.

Vollgestellte verwahrloste Wohnung mit Möbeln und Hausrat vor der Entrümpelung (KI-generiertes Symbolbild)Mit KI erstellt

Diskretion und Umgang mit Nachbarn

Kaum ein Auftrag verlangt so viel Fingerspitzengefühl: Betroffene schämen sich, Angehörige wollen keine Schaulustigen, Vermieter keinen Flurfunk. Professionelle Teams arbeiten deshalb diskret – mit neutraler Kommunikation, zügigen Abläufen und respektvollem Umgang mit persönlichen Gegenständen. Was gefunden wird, bleibt vertraulich; was erinnerungswürdig sein könnte, wird zur Seite gelegt statt entsorgt.

Gegenüber Nachbarn genügt meist der Hinweis auf „Räumarbeiten“. Wer mag, kündigt den Einsatz im Haus kurz an – erfahrungsgemäß überwiegt die Erleichterung, dass sich etwas bewegt. Auf Wunsch takten wir Container-Stellung und Abtransport so, dass die verwahrloste Wohnung ohne großes Aufsehen geleert wird – früh am Tag, zügig, ohne wochenlange Baustelle vor der Tür.

Sonderfall: Verwahrloste Wohnung mit Tieren

Leben Tiere in einer verwahrlosten Wohnung, hat deren Versorgung Vorrang vor allen Räumfragen. Überforderte Halter merken oft selbst, dass Katzen, Hunde oder Kleintiere leiden – hier vermitteln Tierschutzvereine diskrete Abgabe- und Pflegelösungen. Bei akuter Vernachlässigung ist das Veterinäramt die richtige Anlaufstelle; es darf eingreifen, wo Privatpersonen keine Handhabe haben.

Für die spätere Räumung bedeuten Tierhaltung und Kot-Kontamination erhöhten Aufwand: zusätzliche Desinfektionsgänge, Spezialreiniger gegen Uringeruch und häufig der Austausch von Bodenbelägen. Das Team plant solche Einsätze mit entsprechender Schutzausrüstung und mehr Zeit – ein Punkt, der bei der Besichtigung offen angesprochen werden sollte.

Checkliste: Verwahrloste Wohnung – die ersten 7 Schritte

  • Ruhe bewahren, nichts überstürzen – die Lage ist gewachsen und löst sich nicht an einem Tag
  • Kontakt zur betroffenen Person halten oder behutsam aufbauen
  • Beratung einholen: Hausarzt, Sozialpsychiatrischer Dienst, Caritas oder Pflegeberatung
  • Rechtliche Rolle klären: Zustimmung, Vollmacht, Betreuung oder Vermieterweg
  • Wertsachen, Dokumente und Erinnerungen gemeinsam sichern
  • Festpreisangebot für Räumung, Desinfektion und Endreinigung einholen
  • Nachsorge organisieren: Renovierung, ambulante Hilfe, regelmäßiger Kontakt

Häufige Fragen zur verwahrlosten Wohnung

Darf ich als Angehöriger einfach räumen lassen?

Nur mit Zustimmung der betroffenen Person oder als bestellter Betreuer mit entsprechendem Aufgabenkreis. Eigenmächtige Räumungen verletzen das Selbstbestimmungsrecht und belasten die Beziehung meist dauerhaft.

Wie überzeuge ich einen Betroffenen von der Räumung?

Mit Geduld, konkreten Angeboten und der Zusicherung von Mitsprache: Nichts Persönliches wird ohne Rücksprache entsorgt. Beratungsstellen helfen, das Gespräch vorzubereiten – Druck erzeugt fast immer Gegendruck. Hilfreich ist ein konkreter, kleiner Einstieg – etwa gemeinsam nur den Flur oder die Küche anzugehen. Erste sichtbare Erfolge öffnen die Tür für den größeren Schritt, und die betroffene Person behält das Gefühl, selbst zu entscheiden.

Was kostet die Räumung einer verwahrlosten Wohnung?

Kleine Wohnungen ab etwa 1.500 Euro inklusive Entsorgung, größere je nach Füllung bis 4.500 Euro. Endreinigung und Desinfektion kommen nach Aufwand dazu. Nach Fotos oder Besichtigung gibt es einen verbindlichen Festpreis.

Wie lange dauert die Räumung?

Kleine Wohnungen schaffen eingespielte Teams an einem Tag, stark gefüllte Objekte in zwei bis drei Tagen – inklusive Grobreinigung. Desinfektion und Geruchsbehandlung folgen direkt im Anschluss.

Was passiert mit Wertsachen und Dokumenten?

Sie werden systematisch gesucht, gesammelt und dokumentiert übergeben. Ausweise, Verträge, Fotos und Bargeld tauchen bei fast jeder Räumung auf – auch unter meterhohen Ablagerungen. Die Übergabe erfolgt gegen Quittung an Auftraggeber, Betreuer oder Erben.

Übernehmt ihr auch Desinfektion und Geruchsbeseitigung?

Ja, Grobreinigung, Desinfektion und Ozonbehandlung gehören auf Wunsch zum Paket; Schädlingsbekämpfung koordinieren wir mit spezialisierten Fachbetrieben. Ziel ist eine Wohnung, die renoviert oder neu vermietet werden kann.

Wer räumt eine verwahrloste Wohnung in Thüringen?

Spezialisierte Entrümpelungsbetriebe wie wir – mit Schutzausrüstung, Wertsicherung, Desinfektion und dokumentierter Entsorgung. Wir arbeiten in ganz Thüringen, koordiniert mit Angehörigen, Betreuern, Hausverwaltungen und Behörden.

Was, wenn die betroffene Person jede Hilfe ablehnt?

Gegen den erklärten Willen einer entscheidungsfähigen Person läuft wenig – bleiben Sie trotzdem in Kontakt und dokumentieren Sie Ihre Sorge. Erst bei Selbst- oder Fremdgefährdung oder fehlender Einsichtsfähigkeit greifen Betreuungsrecht und behördliche Maßnahmen; den Weg dorthin begleiten Beratungsstellen und das Betreuungsgericht.

Hilft die Sozialhilfe bei den Kosten?

In bestimmten Konstellationen übernehmen Sozialamt oder Pflegekasse Kosten, etwa bei Umzug ins Pflegeheim oder im Rahmen der Eingliederungshilfe. Ein Beratungsgespräch beim zuständigen Amt klärt das vorab – Belege und Kostenvoranschlag mitnehmen. Auch Betreuungsvereine kennen die örtlichen Fördermöglichkeiten gut.

Empfehlung

Eine verwahrloste Wohnung ist kein Schicksal, sondern ein lösbares Projekt – wenn Mensch, Recht und Räumung in der richtigen Reihenfolge stehen. Erst Vertrauen und Zuständigkeiten klären, dann mit einem erfahrenen Team räumen, reinigen und übergeben. Wir übernehmen das in ganz Thüringen diskret und garantiert zum Festpreis – von der Messiwohnung-Beräumung bis zur besenreinen Übergabe, auf Wunsch koordiniert mit Angehörigen, Betreuern und Hausverwaltung. Senden Sie uns eine kurze Beschreibung oder Fotos – Sie erhalten zeitnah einen verbindlichen Festpreis samt Terminvorschlag, und die verwahrloste Wohnung wird vom Dauerthema zum erledigten Projekt.

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